Betrachtungen aus der Gemeindevertretersitzung – Teil 3: Die Sache mit dem Brückengeländer

Das Absurdeste zum Schluss meiner Betrachtungen…
UWG und CDU haben mit ihrer Mehrheit beschlossen, das Brückengeländer der Brücke in der Schwalmtalstraße in Röllshausen neu streichen zu lassen. Zugegeben, im Schatten unter der Birke hat sich etwas Moos gebildet – sozusagen eine rot-grüne Koalition gnihihihi… 😉
Aber jetzt kommt’s: Für das Brückengeländer ist nicht die Gemeinde Schrecksbach, sondern der Schwalm-Eder-Kreis zuständig, da die Schwalmtalstraße eine KREIS-Straße ist! CDU und UWG wollen also mit dem Geld der Gemeinde Schrecksbach das Eigentum anderer renovieren. Und das obwohl der Kreis (also derjenige, dem die Brücke tatsächlich gehört!) auf Anfrage verlauten lässt, dass der Anstrich noch vollkommen in Ordnung ist und man keinen Handlungsbedarf sieht. Starkes Engagement, liebe CDUWG!
Aber halt, das ist noch nicht alles! Sollte die Brücke neu gestrichen werden, so können sich unsere selbstlosen Anstreicher die Farbe nicht etwa aussuchen – der Besitzer (ihr erinnert euch? die Brücke gehört nicht der Gemeinde!) schreibt eine „Signalfarbe „SkyBlue“ (RAL 5015)“ vor, was natürlich sein gutes Recht ist – wenn mir schon einer meine Brücke neu lackiert, dann bitte auch in meiner Wunschfarbe!
Schaut man sich diese RAL-Farbe an, stellt man schnell fest: die passt einfach nicht ins Ortsbild. In keinem Fachwerk in der ganzen Schwalmtalstraße (ich behaupte sogar: in ganz Röllshausen…) sieht man ein derartig leuchtendes Blau. Rot-, Braun- und Grautöne bestimmen die Farbpalette, sei es im Fachwerk, den Ziegeln, oder dem Pflaster der Gehwege.
Nun könnte man meinen: Ach, was soll’s – ist doch nur ein dämlicher Anstrich… aber da ist ja noch die „äußerst angespannte Kassenlage“ (Zitat: Bürgermeister Schultheis) der Gemeinde.
Wir meinen: Wenn wir trotz der Kassenlage schon eine Brücke in Röllshausen sanieren wollen, dann sollte es unsere eigene sein! Wie wäre es mit der Fußgängerbrücke über die Schwalm am Sportplatz? Zu Zeiten, in denen dieser (liebevoll genannte) Steg noch regelmäßig vom damaligen Ortsvorsteher und ehemaligen TuSpo-Vorsitzenden Heinz Diehl (kein SPD-Mitglied!) überquert wurde, wurde sich noch regelmäßig mit dem Brückchen befasst: so wurde z.B. ein Netz zur Sicherung angebracht. Nun scheint der Steg jedoch ein Schattendasein zu führen – etwa weil er nicht SP… pardon, Sparkassen-Rot angestrichen ist?
Für viele mag dies eine typisch kommunalpolitische Lappalie sein. Doch wer bei solchen Lappalien schon die falschen Entscheidungen trifft, der lässt auch Zweifel an der Beurteilungsfähigkeit wichtigerer Projekte aufkommen…

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